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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Reife an gemeinsam benötigten Fähigkeiten beurteilen

Facility Management: Strategie » FM-Strategie » Organisations-, Personal- und Leistungsentwicklung im FM » Gekoppelte Reife

Das Zusammenspiel entscheidet über die Wirkung

Eine einzelne Fähigkeit kann gut entwickelt sein, ohne dass das zugehörige Leistungsversprechen erfüllt werden kann. Beispielsweise ermöglichen verlässliche Anlageninformationen noch keine vorausschauende Investitionsentscheidung, wenn Fachbeurteilung, Entscheidungsmandat oder Finanzierung fehlen. Die gekoppelte Reifebetrachtung untersucht deshalb Fähigkeiten, die für ein bestimmtes Ergebnis gemeinsam benötigt werden. Ihr Gegenstand ist nicht die pauschale Reife sämtlicher Beteiligter. Sie betrachtet einen abgegrenzten Wirkungszusammenhang und fragt, ob die erforderlichen Beiträge tatsächlich anschlussfähig sind. Gute Einzelbewertungen ergeben nicht automatisch ein tragfähiges gemeinsames Betriebsmodell.

Abhängige Fähigkeiten gemeinsam weiterentwickeln

Ein benötigtes Fähigkeitsbündel bestimmen

Ausgangspunkt ist ein konkretes strategisches Versprechen. Anschließend werden die unverzichtbaren Fähigkeiten und ihre Abhängigkeiten bestimmt. Dazu gehören nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch verfügbare Informationen, personelle Kapazität, Entscheidungsrechte und geeignete Zusammenarbeit. Das erforderliche Niveau folgt der Aufgabe. Eine selten genutzte Beratungsfähigkeit braucht möglicherweise eine andere Absicherung als eine ständig benötigte betriebliche Entscheidung. Die Bewertung macht diese Unterschiede sichtbar, statt überall denselben höchsten Reifegrad zu fordern. Entscheidend ist die hinreichende gemeinsame Leistungsfähigkeit unter den tatsächlich vorgesehenen Einsatzbedingungen.

Gemeinsame Voraussetzung

Prüffrage im Beispiel

Bedeutung einer Lücke

Information

Sind Zustandsdaten entscheidungsgeeignet?

Beurteilung bleibt unsicher

Fachliche Bewertung

Können Folgen und Alternativen beurteilt werden?

Daten erzeugen noch keine Entscheidung

Mandat

Darf die notwendige Entscheidung getroffen werden?

Erkenntnisse bleiben folgenlos

Ressourcen

Kann die beschlossene Maßnahme getragen werden?

Umsetzung bleibt ungesichert

Zusammenwirken

Passen Beiträge und Zeitbezüge zusammen?

Einzelfähigkeiten verbinden sich nicht zur Wirkung

Schnittstellen als eigene Voraussetzung prüfen

Zwei leistungsfähige Bereiche können aneinander vorbeiarbeiten, wenn sie unterschiedliche Begriffe, Zeitbezüge oder Anforderungen verwenden. Die Übergabe zwischen ihnen wird deshalb nicht allein aus ihren jeweiligen Einzelbewertungen abgeleitet. Zu prüfen ist, ob der bereitgestellte Beitrag für den nächsten Beteiligten verständlich, rechtzeitig und fachlich nutzbar ist. Eine formal vollständige Datenlieferung kann beispielsweise für eine Investitionsentscheidung ungeeignet sein. Solche Lücken gehören zur strategischen Architektur. Sie lassen sich nicht verlässlich durch eine höhere Bewertung nur einer beteiligten Funktion kompensieren.

Unterschiedliche Bewertungsmodelle nicht rechnerisch vermischen

Reifemodelle können verschiedene Gegenstände, Skalen und Nachweisanforderungen verwenden. Ihre Zahlenwerte werden deshalb nicht ohne fachlich begründete Zuordnung addiert oder gemittelt. Auch der niedrigste Einzelwert ist nicht automatisch eine belastbare Gesamtnote. Zunächst muss geklärt werden, ob die betreffende Dimension für das betrachtete Ergebnis tatsächlich begrenzend ist. Geeigneter ist häufig eine qualitative Aussage zu erfüllten Voraussetzungen, verbleibenden Lücken und deren Folgen. Fehlende Informationen werden als Unsicherheit ausgewiesen und nicht ohne Weiteres als geringe tatsächliche Leistungsfähigkeit eingestuft.

Entwicklung entlang der begrenzenden Verbindung ausrichten

Investitionen in eine bereits starke Einzelfähigkeit verbessern das Gesamtergebnis möglicherweise kaum, solange eine andere notwendige Voraussetzung fehlt. Die Entwicklungsfolge richtet sich deshalb nach den begrenzenden Verbindungen. Für einen Übergang können zeitweise zusätzliche fachliche Begleitung, engere Leistungsgrenzen oder eine andere Aufgabenteilung erforderlich sein. Solche Maßnahmen ersetzen nicht die dauerhafte Entwicklung, können aber einen verantwortbaren Zwischenzustand ermöglichen. Der Blueprint beschreibt, welche gemeinsame Fähigkeit damit tatsächlich hergestellt wird. Die spätere Bewertung prüft das Zusammenwirken erneut, statt nur die isolierten Einzelnoten fortzuschreiben.