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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Technologischen Strukturwandel des Kerngeschäfts räumlich ermöglichen

Facility Management: Strategie » Grundlagen » FM-Strategie » Technologischer Strukturwandel

Das veränderte Geschäftsmodell als Ausgangspunkt nehmen

Neue Technologien können verändern, wo ein Unternehmen Leistungen erzeugt, welche Menschen zusammenarbeiten und welche physischen Voraussetzungen dafür benötigt werden. Künstliche Intelligenz kann beispielsweise Wissensarbeit anders verteilen; automatisierte Fertigung kann das Verhältnis von Personal, Fläche und technischer Infrastruktur verschieben. Ob und in welchem Umfang dies geschieht, bleibt eine unternehmensbezogene Zukunftsannahme. Die strategische Aufgabe des Facility Managements beginnt bei den Folgen für das Kerngeschäft. Es klärt mit der Unternehmensführung, welches räumliche und infrastrukturelle Grundmodell eine veränderte Wertschöpfung ermöglichen soll. Die Digitalisierung eigener Verwaltungsabläufe beantwortet diese Grundsatzfrage noch nicht.

Technologischen Strukturwandel gestalten

Den künftigen physischen Beitrag grundsätzlich wählen

Ein Unternehmen kann seine bestehende räumliche Ordnung weiterentwickeln, Leistungen stärker verteilen oder bestimmte Funktionen in spezialisierten Zentren bündeln. Ebenso kann es entscheiden, bestimmte physische Voraussetzungen künftig über Partner bereitzustellen. Jede Variante verändert Nähe, Verfügungsrechte und langfristige Abhängigkeiten. Weniger Präsenz in einem Aufgabenfeld kann mit höherem Bedarf an Erprobung, Zusammenarbeit oder technischer Versorgung in einem anderen verbunden sein. Die Leitung beurteilt deshalb den Zusammenhang der Wertschöpfung. Eine allgemeine Annahme, digitale Entwicklung werde sämtliche Flächenbedarfe vermindern, wäre dafür zu grob. Maßgeblich ist die bewusst gewählte Form des zukünftigen Geschäfts.

Grundlegende Wahl

Strategische Folge

Bestehende Ordnung fortentwickeln

Vorhandene Stärken nutzen und verbleibende Bindungen tragen

Leistungsorte neu verteilen

Nähe und Zusammenarbeit im Unternehmensnetz neu gewichten

Spezialisierte Kerne aufbauen

Besondere Leistungsfähigkeit gegen stärkere Festlegung abwägen

Physische Tiefe vermindern

Eigene Bindung reduzieren und externe Abhängigkeit verantworten

Wertschöpfung und Infrastruktur gemeinsam entwickeln

Die neue Geschäftsidee und ihre physischen Voraussetzungen beeinflussen sich gegenseitig. Ein technologisch attraktives Modell kann an fehlender Energieversorgung, ungeeigneten Standorten oder nicht erreichbaren Fähigkeiten scheitern. Umgekehrt kann eine vorhandene Infrastruktur einen Entwicklungsweg ermöglichen, der bei einer isolierten Betrachtung des Produkts übersehen würde. Unternehmensführung, Geschäftsfunktionen und Facility Management verbinden daher die Entscheidung über Wertschöpfung mit der Entscheidung über deren langfristige Voraussetzungen. Die daraus folgende Infrastruktur darf das Unternehmen nicht unbemerkt auf ein einzelnes Geschäftsszenario festlegen. Bewusste Spezialisierung bleibt möglich, benötigt aber einen entsprechend tragfähigen Unternehmensauftrag. Die Entscheidung betrifft damit auch, welche Leistungen künftig zum eigenen Standortverbund gehören und welche nur über dauerhafte Beziehungen zu anderen Organisationen möglich werden.

Unsicherheit durch begründete Bindung beantworten

Technologischer Wandel rechtfertigt weder unbegrenzte Vorsorge noch grundsätzliches Abwarten. Die Führung entscheidet, welche Fähigkeiten und physischen Grundlagen bereits heute strategisch notwendig sind und welche Bindungen erst bei einer klareren Geschäftsperspektive entstehen sollen. Dabei unterscheiden sich die Folgen einer verpassten Gelegenheit von denen einer dauerhaft unpassenden Infrastruktur. Die Wahl kann deshalb für Forschungsumgebungen anders ausfallen als für ein über Jahre spezialisiertes Produktionsnetz. Der gemeinsame Zeithorizont umfasst den Aufbau, die wirtschaftliche Nutzung und eine mögliche erneute Veränderung. Verbleibende Unsicherheit wird als Bestandteil der Unternehmensentscheidung verantwortet.

Den Erfolg an tragfähiger neuer Wertschöpfung beurteilen

Eine geeignete Strategie schafft die räumlichen und infrastrukturellen Bedingungen, unter denen das veränderte Geschäftsmodell tatsächlich bestehen kann. Ihr Beitrag kann in schnellerer Anpassungsfähigkeit, geringerem gebundenem Kapital oder dem Zugang zu einer zuvor nicht möglichen Leistung liegen. Diese Wirkungen entstehen gemeinsam mit den Geschäftsfunktionen. Facility Management beansprucht deshalb nicht den gesamten Erfolg der technologischen Veränderung für sich. Die strategische Beurteilung fragt, ob die gewählte physische Ordnung den neuen Unternehmensauftrag unterstützt und künftige Handlungsfähigkeit angemessen erhält. Eine eindrucksvolle technische Ausstattung allein belegt weder eine gelungene Transformation noch eine tragfähige Unternehmensperspektive.